Frischer Wind oder laues Lüftchen?

von Administrator

Frischer Wind oder laues Lüftchen?

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg  hat die Mehrheit für Grün-Rot gebracht. Was bedeutet das für den legalen Waffenbesitzer?

 

Vorweg die Passage aus dem Koalitionsvertrag zwischen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der SPD Baden-Württemberg, Baden-Württemberg 2011 – 2016:

 

Waffenrecht verschärfen

Über eine Bundesratsinitiative werden wir eine Verschärfung des Waffenrechts angehen, insbesondere

mit dem Ziel, ein generelles Verbot für den Privatbesitz von großkalibrigen Faustfeuerwaffen

durchzusetzen (mit Ausnahme der Jäger). Auch die Kontrolle der so genannten Altfälle unter den

Sportschützen im Waffenrecht muss strenger und rechtssicher geregelt werden. Wir werden zudem

rasch die erforderlichen Konsequenzen aus der vom Landtag bereits beschlossenen Evaluation der

Kontrollen von Waffen und Munition ziehen. Wir streben eine dauerhafte höhere Kontrolldichte

durch die Waffenbehörden an.

 

Quelle:

http://www.gruene-bw.de/fileadmin/gruenebw/dateien/Koalitionsvertrag-web.pdf oder hier

http://dokumente.wscms-basis.de/Koalitionsvertrag-web.pdf

 

 

Der interessierte Beobachter ist von diesem Vorstoß nicht überrascht, denn seit einigen Jahren haben Mitglieder aus den Reihen der Grünen und der SPD immer wieder versucht das bundesdeutsche Waffenrecht zu verschärfen. Nun der Versuch dies über die Eingabe in die Länderkammer zu erreichen. Über die  Sinnhaftigkeit dieser Bestrebung, kann man sich in den einschlägigen Foren informieren, mich beschäftigt hier die Bedeutung für die Zukunft unseres Sports und unserer Rechte.

 

Die Reaktionen aus den Kreisen der Waffenbesitzer reichen von „das kriegen die nie durch“ über „das ist alles nicht so schlimm“ bis zu „das bedeutet das AUS für den privaten Waffenbesitz in Deutschland.“ Nun, irgendwie treffen alle Aussagen mehr oder weniger zu. Zunächst ist dies eine Absichtserklärung, die noch nicht in den Buchstaben des Gesetzes zu finden ist. Demokratische Hürden müssen genommen werden und auch die anderen Bundesländer mehrheitlich diesen Willen stützen. Wie schnell das allerdings gehen kann, zeigt uns der Rückblick auf die Jahre 2003 und 2008, in denen innerhalb kürzester Zeit die Waffengesetzänderungen durch die Instanzen gebracht wurden. Die Folgen sind erheblich und beschäftigen uns noch lange Zeit täglich beim Umgang mit unseren Schusswaffen, Taschenmesssern oder der Genehmigung unserer Sportordnung.

 

Wichtig ist bei diesem Vorstoß nicht, ob das Ziel schnell erreicht wird, sondern die Tragweite für die weitere Entwicklung auf nationaler und internationaler Ebene. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, dass ist ein bekanntes Sprichwort und verdeutlicht die Vorgehensweise der sogenannten „Gungrabber“, nämlich Leuten, die gegen den privaten Besitz von (Schuss-) Waffen sind und diesen per Gesetz verbieten möchten, auch wenn dadurch der Schießsport stirbt. Das ich dies für eine unzulässige Einschränkung unseres Grundrechtes auf freie persönliche Entfaltung (Artikel 2 Grundgesetz) halte, wird die Waffenhasser und Gutmenschen nicht aufhalten ihr Ziel zu verfolgen. Wenn ich dies im Zusammenhang der Entwicklung der letzten Jahre sehe, erscheint mir dies als Teil eines Masterplans, der zu weniger Bürgerrechten und mehr Überwachung durch den Staat führt. Die Einschränkungen der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikels 10 Grundgesetz) von Waffenbesitzern im §36 (3) des Waffengesetzes, wurden von unseren Abgeordneten mehrheitlich akzeptiert.  „Guncontrol is not about guns, it’s about control.“ (J. D Longstreet) Also werden wir auf Dauer nicht nur das Recht auf den Umgang mit Waffen verlieren, sondern bereits heute Grundrechte eingeschränkt bekommen und später vielleicht ganz verlieren. Bereits Stalin soll gesagt haben: "Gedanken sind mächtiger als Waffen. Wir erlauben es unseren Bürgern nicht, Waffen zu führen - warum sollten wir es ihnen erlauben, selbständig zu denken?" Spätestens dann sind Zeilen wie diese verboten und wir beschäftigen uns mit „Gedankenverbrechen“ und „Neusprech“. Es gab bereits deutsche Staaten, in denen zwar vieles erlaubt war, aber dennoch keine Menschenrechte vorhanden waren. Dieser Zustand ist nicht erstrebenswert und aus demokratischer Sicht das Ende unserer Freiheit. Denn „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ (Benjamin Franklin)

 

Mein Fazit: Wer auch weiter dieses schöne Hobby im Umgang mit Waffen und seine Freiheit haben möchte, dem empfehle ich, die Aktionen zu verfolgen und  solchen Bestrebungen die Stirn zu bieten. Ob dies in Gesprächen mit Nachbarn, Kollegen und Politikern, die Mitarbeit im FSDe.V. ist oder als Unterstützung von Lobbyorganisationen und Verbänden geschieht, soll jeder selbst für sich entscheiden. Abzuwarten und darauf zu hoffen es wird nicht so schlimm, ist das Schlechteste was wir als Sportschützen, Waffenbesitzer und Bürger tun können und ebnet unseren Widersachern den Weg.

 

Heiko Baur

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